1. ein paar spüche
  2. Max Ehrmann – Desiderata (20070101)
  3. Hör zu (unbekannt) (20110115) - Listen
  4. Gebet eines Seniors (Teresa von Avila) (20110116)
  5. Arme Leute - unbekannt (20110117)
  6. The Invitation - Oriah Mountain Dreamer(20110117)
  7. Rabbi Sussja (20110118)
  8. Kafka -
  9. Buddha - DEALING with INSULT - 12-09-2011
  10. Albert Camus - Sei mein Begleiter (6.2.2012)
  11. Christel Hanslik -  Der kleine Wicht ist konsequent (von meiner ehemaligen Schuldirektorin, die in mir Freude an Gedichten erweckte)
  12. Rainer Maria Rilke - Mutter Du reisst mich ein
  13. 13. Wo bist Du zu Hause? - Christel Hanslik
  14. Friedrich der Grosse (II) - Ode an die Deutschen
  15. Drei Wünsche - Heike Schäfer - Gedicht - Oktober 2018


1.    "Die Welt ist ein Berg, und alles, was man je von ihr zurückbekommt, ist der Widerhall der eigenen Stimme."       Rumi (1207-1273)

Gier frisst Hirn - (POK Dez. 2011)

wozu das rad neu erfinden, wenn es in perfekter form schon da ist (nh - 20101205)

aus Steinen die im Wege liegen, kann man miteinander Brücken bauen - unbekannt -

on the plains of hesitation lie the blackened bones of countless millions - who at the dawn of victory lay down to rest and resting died

the pot calling the kettle black

what makes you tick - (Uncle Frank)

sich in den anderen hineinversetzen und danach handeln - walk a mile in my shoes

wir lernen von fall zu fall (M. Spitzer)

ganz allgemein: „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ (Kant)

Mit solchen Truppen könnte man die ganze Welt bändigen, wären die Siege uns selbst nicht ebenso verhängnisvoll wie unseren Feinden - Friedrich der Grosse (1712-1786)

Ich trinke auf das Wohl aller weisen Politiker und tapferen Generäle, aller wunderbaren Ideologen und verehrungswürdigen Bewahrer sämtlicher Religionen , die in dieser Welt seit Jahrtausenden um Frieden, Freiheit, Glück und Gerechtigkeit kämpfen - und auf das Wohl aller armen Schweine, die diesen blutigen Schlamassel auszubaden haben. -Aus dem Buch: „Auch wenn ich lache, muss ich weinen“ J.M. Simmel

Kommt ein Gefühl, dann halte still und frag was es will - nn

Aus dem Bannkreis der eigenen Meinung  heraustreten - Christa Schiboll

2.                         Max Ehrmann – Desiderata  (von Marlene ca. 2007)

Go placidly amid the noise and haste,
and remember what peace there may be in silence.
As far as possible without surrender
be on good terms with all persons.
Speak your truth quietly and clearly;
and listen to others,
even the dull and the ignorant;
they too have their story.
Avoid loud and aggressive persons,
they are vexations to the spirit.
If you compare yourself with others,
you may become vain and bitter;
for always there will be greater and lesser persons than yourself.
Enjoy your achievements as well as your plans.
Keep interested in your own career, however humble;
it is a real possession in the changing fortunes of time.
Exercise caution in your business affairs;
for the world is full of trickery.
But let this not blind you to what virtue there is;
many persons strive for high ideals;
and everywhere life is full of heroism.
Be yourself.
Especially, do not feign affection.
Neither be cynical about love;
for in the face of all aridity and disenchantment
it is as perennial as the grass.
Take kindly the counsel of the years,
gracefully surrendering the things of youth.
Nurture strength of spirit to shield you in sudden misfortune.
But do not distress yourself with dark imaginings.
Many fears are born of fatigue and loneliness.
Beyond a wholesome discipline,
be gentle with yourself.
You are a child of the universe,
no less than the trees and the stars;
you have a right to be here.
And whether or not it is clear to you,
no doubt the universe is unfolding as it should.
Therefore be at peace with God,
whatever you conceive Him to be,
and whatever your labors and aspirations,
in the noisy confusion of life keep peace with your soul.
With all its sham, drudgery, and broken dreams,
it is still a beautiful world.
Be cheerful.
Strive to be happy.
Max Ehrmann, Desiderata, Copyright 1952.

 

3.    Bitte: Hör zu

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,

und du fängst an, mir Ratschläge zu erteilen,

dann tust du nicht, worum ich gebeten habe.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,

 und du fängst an, mir zu sagen,

 warum ich mich nicht so fühlen sollte,

dann trampelst du auf meinen Gefühlen herum.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,

und du meinst,du müsstest etwas tun,

um mein Problem zu lösen,

dann hast du mir gegenüber versagt,

so seltsam das klingen mag.

Hör zu! Ich wollte nichts weiter, als dass du zuhörst,

du solltest nicht reden oder etwas tun

hör mir einfach nur zu.

Guter Rat ist nicht teuer; für eine Mark

bekommst du ihn von Frau Irene und Dr. Markus

in derselben Zeitschrift.

Und ich kann für mich selbst einstehen.

Ich bin nicht hilflos.

Vielleicht mutlos und unsicher,

aber nicht hilflos.

Wenn du etwas für mich tust, was ich selbst

tun kann und muss, dann

trägst du zu meiner Ängstlichkeit

und meinen Minderwertigkeitsgefühlen bei.

Aber wenn du einfach die Tatsache akzeptierst,

dass ich nun einmal fühle, was ich fühle,

auch wenn es noch so irrational ist,

dann kann ich damit aufhören,

dich überzeugen zu wollen, und

mich daranmachen herauszufinden,  

was hinter diesem irrationalen Gefühl steckt.

Und wenn mir das klar ist, dann liegt

die Antwort auf der Hand, und ich

brauche  keine Ratschläge mehr.

Irrationale Gefühle haben einen Sinn,

sobald wir verstehen, was dahintersteckt.

Vielleicht ist das der Grund,

warum Gebete funktionieren, manchmal,

bei manchen Leuten — denn Gott ist stumm,

und er oder sie gibt keine Ratschläge und

versucht nicht, die Dinge zu richten.

»Sie« hören einfach zu und lassen es

dich allein herausfinden.

Also bitte, hör zu, hör mich einfach an.

Und wenn du etwas dazu sagen willst,

warte einen Augenblick, bis du dran bist —

und dann höre ich dir zu.

 Aus dem Buch: “Patienten Konferenz“ von Thomas Gordon + W. Sterling Edwards –

Am Do. 14. Mai 2009 – gekauft – nach einer Reihe von ungeplanten Schritten in verschiedenste Richtungen -nh

Listen

When I ask you to listen to me
And you start giving me advice
You have not done what I asked.
When I ask you to listen to me
And you begin to tell me why
I shouldn’t feel that way
You are trampling on my feelings.
When I ask you to listen to me
And you feel you have to do something
To solve my problem
Than you haave failed me,
Strange as that may seem.
Listen! All I asked was that you listen,
Not talk or do – just hear me.
Advice is cheap; twenty cents will get
you both Dear Abby and Billy Graham
in the same newspaper.
And I can do for myself. I am not
Helpless.
Maybe discouraged and faltering.
But not helpless.
When you do something for me that I can
And need to do for myself,
You contribute to my fear and
Inadequacy
But when you accept as a simple Fact
That I do feel what I feel,
No matter how irrational,
Then I can quit trying to convince
You and can get about this business
Of understanding what’s behind
This irrational feeling.
And when that’s clear, the answers are
Obvious and I don’t need advice.
Irrational feelings make sense when
We understand what’s behind them.
Perhaps that’s why prayers works,
Sometimes, for some people – because
God is mute, and He/She doesn’t give
Advice or try to fix things.
“They” just listen and let you work it
Out for yourself.
So please listen and just hear me.
And if you want to talk, wait a minute for
Your turn – and I’ll listen to you.

Making the Patient your Partner
By Thomas Gordon and W. Sterling Edwards
p. 89-90


4. Gebet eines Seniors

Herr, du weisst es besser als ich,

dass ich von Tag zu Tag älter

und eines Tages alt sein werde.

 Bewahre mich vor der Einbildung,

bei jeder Gelegenheit und

zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.

 Erlöse mich von der grossen Leidenschaft,

die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.

Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch,

hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein.

 Bei meiner ungeheuren Ansammlung an Weisheit

tut es mir ja leid, sie nicht weiterzugeben

– aber du verstehst, Herr,

 dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.

Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden,

sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben,

wächst von Jahr zu Jahr.

 Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen,

mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude

anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.

 Ich wage auch nicht, um ein besseres Gedächtnis

zu bitten – nur um etwas mehr Bescheidenheit und

etwas weniger Bestimmtheit, wenn mein Gedächtnis

nicht mit dem der anderen übereinstimmt.

 Lehre mich die wunderbare Weisheit,

dass ich mich irren kann.

Erhalte mich so liebenswert wie möglich.

Ich weiss, dass ich nicht unbedingt ein Heiliger bin,

aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.

 Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente

zu entdecken, und verleihe mir, Herr,

die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.

 

                                                                            Teresa von Avila (1515-1582)

Teresa gilt als große Mystikerin von unerreichter Tiefe des Erlebens.1614 wurde sie selig gesprochen, 1617 zur Schutzpatronin von Spanien ernannt und 1622 heilig gesprochen. 1944 wurde sie von Papst Pius XII. zur Schutzpatronin der Schachspieler erklärt.[1] 1970 erhob Papst Paul VI. die heilige Teresa zur Kirchenlehrerin.

        „Bete nicht um leichtere Lasten, sondern um einen starken Rücken.“

       „Tue deinem Leib Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“

5.    Arme Leute

 Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf der Farm einer sehr armen Familie.

Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“ „Sehr interessant!“ antwortete der Sohn.

„Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können? “ „Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“

„Was hast du also gelernt?“ fragte der Vater.

Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier.

Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört.

Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne.

Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“

Der Vater war sprachlos.

Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“

6.                                                            The Invitation

Oriah Mountain Dreamer

 

 

Es ist für mich nicht wichtig,

womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

 

Ich möchte wissen,

wonach du innerlich schreist

und ob du zu träumen wagst,

der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

 

Es ist für mich nicht wichtig,

wie alt du bist.

 

Ich möchte wissen,

ob du es riskierst,

wie ein Narr auszusehen,

um deiner Liebe willen,

um deiner Träume willen

und für das Abenteuer des Lebendigseins.

 

Es ist für mich nicht wichtig,

welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.

 

Ich möchte wissen,

ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast,

ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat,

oder ob du zusammengezogen

und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.

 

Ich möchte wissen,

ob du mit dem Schmerz

- meinem oder deinem - da sitzen kannst,

ohne zu versuchen, ihn zu verbergen

oder zu mindern

oder ihn zu beseitigen.

 

Ich möchte wissen,

ob du mit der Freude

- meiner oder deiner - da sein kannst,

ob du mit Wildheit tanzen kannst,

von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen

erfüllt mit Begeisterung,

ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen,

zur Vernunft,

oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

 

Es ist für mich nicht wichtig,

ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.

 

Ich möchte wissen,

ob du jemanden enttäuschen kannst,

um dir selber treu zu sein.

Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst

und nicht deine eigene Seele verrätst.

 

ob du vertrauensvoll sein kannst

und von daher vertrauenswürdig.

 

Ich möchte wissen,

ob du die Schönheit sehen kannst,

auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,

und ob du Dein Leben aus der Kraft des Universums speisen kannst.

 

Ich möchte wissen,

ob du mit dem Scheitern

- meinem und deinem - leben kannst

und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst

und zu dem Silber des Vollmonds rufst: "Ja!"

 

Es ist für mich nicht wichtig,

zu erfahren, wo du lebst

und wie viel Geld du hast.

 

Ich möchte wissen, ob du aufstehen kannst

nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung,

erschöpft, und bis auf die Knochen zerschlagen,

und tust, was für die Kinder getan werden muss.

 

Es ist für mich nicht wichtig,

wer du bist

und wie du hergekommen bist.

Ich möchte wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst

 und nicht zurückschreckst.

 Es ist für mich nicht wichtig,

wo oder was oder mit wem

du gelernt hast.

Ich möchte wissen

Was Dich hält

Von innen

Wenn alles andere wegfällt

 

Ich möchte wissen,

ob du allein sein kannst

mit Dir selbst

und ob Du wahrhaftig

die Gesellschaft magst

in den leeren Momenten

 

 

 

It doesn’t interest me

what you do for a living.

 

I want to know

what you ache for

and if you dare to dream

of meeting your heart’s longing.

 

It doesn’t interest me

how old you are.

 

I want to know

if you will risk

looking like a fool

for love

for your dream

for the adventure of being alive.

 

It doesn’t interest me

what planets are squaring your moon...

 

I want to know

if you have touched the centre of your own sorrow

if you have been opened by life’s betrayals

or have become shrivelled and closed

from fear of further pain.

 

 I want to know

if you can sit with pain

mine or your own

without moving to hide it

or fade it

or fix it.

 

I want to know

if you can be with joy

mine or your own

if you can dance with wildness

and let the ecstasy fill you

to the tips of your fingers and toes

without cautioning us to be careful

to be realistic

to remember the limitations of being human.

 

It doesn’t interest me

if the story you are telling me is true.


I want to know

if you can disappoint another

to be true to yourself.

If you can bear the accusation of betrayal

and not betray your own soul.

 

If you can be faithless

and therefore trustworthy.

 

I want to know

if you can see Beauty

even when it is not pretty every day.

And if you can source your own life from its presence.

 

I want to know

if you can live with failure

yours and mine

and still stand at the edge of the lake

and shout to the silver of the full moon, “Yes.”

 

It doesn’t interest me

to know where you live

or how much money you have.

 

I want to know if you can get up

after the night of grief and despair

 weary and bruised to the bone

 and do what needs to be done to feed the children.

 

It doesn’t interest me

who you know

or how you came to be here.

                                                                             I want to know if you will standin the centre of the fire with me

and not shrink back.

 It doesn’t interest me

where or what or with whom

you have studied.

I want to know

what sustains you

from the inside

when all else falls away.

 

I want to know

if you can be alone

with yourself

and if you truly like

the company you keep

in the empty moments.

 

By Oriah © Mountain Dreaming,

from the book The Invitation

published by HarperONE, San Francisco,

1999 All rights reserved

 

 

 Oriah Mountain Dreamer, indianische Heilerin aus Kanada

 

7.   Rabbi Sussja sagte kurz vor seinem Tode: "In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen: 

'warum bist Du nicht Moses gewesen?' man wird mich fragen: 'Warum bist Du nicht Sussja gewesen?' "  (aus M.L. Moeller-Die Liebe ist das KInd der Freiheit)

8.                   Kafka (Du sollst nicht merken - so nenne ich es)

 Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst,
was weisst Du von den Schmerzen,
die in mir sind
und was weiss ich von Deinen.
 Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen,
was wüsstest Du von mir mehr
als von der Hölle,
wenn Dir jemand erzählt,
sie ist heiss und fürchterlich.
 Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich (. . .) stehen,
wie vor dem Eingang zur Hölle.
 Franz Kafka (auf dem Rückenschild des Buches: „Du sollst nicht merken“ von Alice Miller
- ach wenn mir dies nur gelänge (nh 26.9.2011)


9. Buddha
DEALING with INSULT    -   12-09-2011
 The Buddha explained how to handle insult and maintain compassion.
One day Buddha  was walking through a village. A very angry and rude young man  came up and began insulting him. "You have no right teaching others," he shouted. "You are as stupid as everyone else. You are nothing but a fake."
Buddha was not upset by these insults. Instead he asked the young man "Tell me, if you buy a gift for someone, and that person does not take it, to whom does the gift belong?"
The man was surprised to be asked such a strange question and answered, "It would belong to me, because I bought the gift."
 The Buddha smiled and said, "That is correct. And it is exactly the same with your anger. If you become angry with me and I do not get insulted, then the anger falls back on you. You are then the only one who becomes unhappy, not me. All you have done is hurt yourself."
 "If you want to stop hurting yourself, you must get rid of your anger and become loving instead. When you hate others, you yourself become unhappy. But when you love others, everyone is happy......"
 Quotes
 If you are right then there is no need to get angry.
If you are wrong then you don't have any right to get angry!
----------------------------------------------
10.             Geh nicht vor mir her-

                                           Ich könnte Dir nicht folgen,
                                           denn ich suche meinen eigenen Weg.
                                           Geh nicht hinter mir her-
                                           Ich bin gewiss kein Leiter.
                                           Bitte bleib an meiner Seite-
                                           Und sei nichts als ein Freund und
                                           - mein Begleiter
 - Albert Camus

11.                                     Der kleine Wicht ist konsequent

oder: Er vertraut dem Freunde nicht, der einmal sein Versprechen bricht

 Der kleine Wicht hat sich geschworen —

obgleich er das Vertrau'n verloren

in vieles, was ihm Menschen sagen -,

er will es immer wieder wagen,

ihre Worte ernst zu nehmen,

doch kritisch, ohne zu beschämen,

Sachverhalt und Redefluss

Beschwörung und Gefühlserguss

unbemerkt zu überdenken.

Sein Vertrauen zu verschenken,

ist er jedoch nicht mehr bereit.

Da hat vor gar nicht langer Zeit

ein Mensch, der sich sein Blutsfreund nannte

und diese Freundschaft auch bekannte,

andern 2 ausposaunt

in Übermut und gut gelaunt,

was ihm der Wicht, der ihn erprobte,

erzählte, und der Freund gelobte,

das Gesagte andern nicht

mitzuteil'n. Der kleine Wicht,

tief desillusioniert,

sieht sich schändlich angeführt.

Alle ernsten Lebensfragen,

Kümmernisse, Leid und Plagen

wird er nun für sich behalten

und keinen andern mehr einschalten.

In immer tiefre Einsamkeit

zu gehen ist er jetzt bereit.

Doch wenn ihm andre anvertrauen,

was sie bedrückt, und auf ihn bauen,

dann tun sie recht, der kleine Wicht

tauscht und missbraucht Vertrauen nicht. - Christel Hanslik


12.    Gedicht-Rainer Maria Rilke - Ach weh meine Mutter reisst mich ein

Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.

Da hab ich Stein auf Stein zu mir gelegt,

und stand schon wie ein kleines Haus,

um das sich groß der Tag bewegt,

sogar allein.

Nun kommt die Mutter, kommt und reißt mich ein.

Sie reißt mich ein, indem sie kommt und schaut.

Sie sieht es nicht, dass einer baut.

Sie geht mir mitten durch die Wand von Stein.

Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.

Die Vögel fliegen leichter um mich her.

Die fremden Hunde wissen: das ist der.

Nur einzig meine Mutter kennt es nicht,

mein langsam mehr gewordenes Gesicht.

Von ihr zu mir war nie ein warmer Wind.

Sie lebt nicht dorten, wo die Lüfte sind.

Sie liegt in einem hohen Herz-Verschlag

und Christus kommt und wäscht sie jeden Tag.

Rainer Maria Rilke

13.

Wo bist du zu Hause?

„Wenn du nach Hause kommen möchtest,

wohin wirst du gehen?"

„Ich gehe über blühende Felder und sehe ihre Frucht,

ich tauche in die tiefen Wälder und lausche ihrem Lied,

ich folge vom Quell her dem springenden Bach,

der unaufhaltsam erzählt,

ich komme zum breiten, strömenden Fluss,

der grosse Schiffe trägt,

ich stehe an Küsten und schaue gebannt auf Wellen,

die kommen und gehen,

ich suche die Grenze von Himmel und Land am schimmernden Horizont,

ich grüss die Pflanzen und treffe die Tiere

und ich begegne dem Wind;

da gehe ich hin; um zu Hause zu sein,

gehe ich durch die Welt.

Du aber, wohin wirst du gehen, um zu Hause zu sein?"

„Die blühenden Felder hab ich verlassen

wie auch die Tiefe des Waldes,

von Horizonten, von Wellen und Küsten, dem Flusslauf,

dem Bach und dem Quell

bin ich gekommen und kenne auch Pflanzen

und Tiere und kenne den Wind,

die alle hab ich erlebt

und bin zu dem einen Menschen gekommen —

da stehe ich vor ihm und kann ihm nichts bringen,

er aber sieht mein Herz:

 

Da fallen Himmel und Erde zusammen im Blick, 
der den andern umfängt, 
da rauschen die Wälder, raunen die Wasser, 
da schimmern die Felder, singt auch der Wind 
da blühen die Pflanzen im steigenden Licht 
und Tiere lauschen gespannt dem Lied der Erde, 
das wiegt

und das hebt uns beide in den Zenit."

„Einem einzigen Menschen zuliebe

verzichtest du auf die Welt,

die dich umgibt und bergend dich hält

 und deine Wohnstätte ist?"

„Das Herz eines Menschen ist mein Zuhause, 
das birgt und schenkt mir die Welt."

 2.3.2017 – entdeckt in „Die Inneren Kreise Des Seins“ – Christel Hanslik



14. Ode an die Deutschen - Gedicht von Friedrich der Große (29. März 1760)

Ihr unsel'gen deutschen Stämme, stets in Bruderkampf entzweit,
Ihr beseßnen Unruhgeister, seid dem Untergang geweiht!
Ewig Wehgeschrei erschüttert eure Lüfte allerenden,
Langer Kämpfe Schreckensmale euren Heimatboden schänden,
Eure Fluren Wüsteneien, eure Städte Haufen Schuttes,
Unter eurer Waffen Wüten rinnen Ströme roten Blutes;
          Gottverflucht eure Triumphe!
          Denn sie stürzen unser Land
          Nur zurück in wüste, dumpfe
          Barbarei, wo doch dem Sumpfe
          Längst die Vorwelt sich entwand.

Ach, ein Unhold aus der Hölle, Zwietracht mit den wutentflammten
Funkelaugen, sie entfachte diesen Haß euch, den verdammten,
Diese Mordlust, euch zerstörend ineinander zu verbeißen,
Tempelschändrisch mit den Händen euch das Innre zu zerreißen,
Daß der Himmel, der gerechte, tief beleidigt, nur mit Grauen
Euren Totenfeiern leuchtend, so Unseliges mag schauen.
          Ja, aus Furcht, sich zu beflecken,
          Möcht' der reine Himmelsstrahl
          Sich am liebsten ganz verstecken,
          Wie vor jenem blut'gen Schrecken,
          Da Thyestes hielt sein Mahl.

Drunten in dem ewigen Abgrund, den kein Strahl von Reinheit lichtet,
Wo der Haß in Schmutz und Wüstheit sich den Schreckensthron errichtet,
Dort denkt man sich so gestaltet jene unbotmäß'gen Wesen,
Stets mit frechem Aufruhr drohend, stets bereit zu allem Bösen,
Stets bereit, obschon sie ew'ge Ohnmacht bannt, sich zu verschwören,
Alle Ordnung dieser Schöpfung umzuwerfen, zu zerstören;
          Ja, sie rotten sich und sprechen:
          Auf, und laßt uns mit Gewalt
          Alle Himmelsschranken brechen!
          Kehr' denn wieder, uns zu rächen,
          Du, des Chaos Ungestalt!

Niederträchtige, ihr bangt wohl, daß von euren blut'gen Klingen,
Rot von Bürgerblut, ein Tropfen könnt' auf rechten Boden springen,
Daß aus solcher Saat erwüchsen neue Streiter, wohlbewährte,
Aus der Art geschlagne Kinder, die die gleiche Mutter nährte;
Darum, euch in Schuld und Frevel selber noch zu überbieten,
Ruft ihr lieber in die Waffen fremde Söldner und Banditen!
          Nun, sie sind schon bei der Hand,
          Eure Helfer und Genossen,
          Jeden festen Rechtsbestand
          Uns im deutschen Reich und Land
          Blindlings wütend umzustoßen!

So hat Hellas einst die Flamme seiner Wildheit schlecht gehütet,
Hat im Irrsinn seiner Ehrsucht wider eignes Fleisch gewütet,
Hat in lauter Zwistigkeiten leer geblutet seine Adern,
Bis dann beide, tief zerrüttet und erschöpft vom ew'gen Hadern,
Das gebieterische Sparta und das herrische Athen,
Schmählich an den Bund Achajas sahn ihr Zepter übergehn;

          Was blieb von den freien Staaten.
          Die vom Bürgerstreit zersetzt.
          Ganz verblendet, schlimm beraten,
          Von den Konsuln Roms zuletzt
          Rettung aus der Not erbaten?

Doch gar bald vor ihren Schirmherrn wurde ihnen angst und bange,
Denn ein Joch ward ihre Hilfe – wer ertrüg' die Last noch lange?
Ach, zu spät! Von allen Seiten starrten Beile der Liktoren,
Und so lernten sie's mit Schrecken, lernten's fühlen, jene Toren,
Daß sie sich, von zügellosen Leidenschaften irr geleitet,
Statt des liebevollen Schutzes eine Zwingherrschaft bereitet.
          Also büßten diese freien
          Staaten durch den Neid allein,
          Stete Eifersüchteleien
          Und den Hader der Parteien
          Schmählich Macht und Freiheit ein.

Ist's was andres, wenn ihr heute, nur um das verhaßte Preußen
Zu erdrücken, hier den Franzmann, dort den Schweden, da den Reußen,
Den unbändigen Steppenwildling, in das Land gerufen habt
Und den Boden, ihr Unseligen, drauf ihr steht, selbst untergrabt?
Die verhängnisvolle Hilfe kommt euch teuer noch zu stehn:
Unterworfne meint der stolze Eindringling in euch zu sehn!
          Wartet nur, die schlimmen Horden
          Kosten Tränen noch einmal!
          Rühmt euch dann: aus West und Norden
          Riefen wir sie her zum Morden,
          Wir, wir schärften ihren Stahl!

Warum nicht den Arm euch waffnen, wie in eurer Väter Tagen,
Um den Hochmut starrer Gegner endlich auf das Haupt zu schlagen?
An der Donau, an dem Rheine stolze Landerobrer sind's,
Dort hat sich ihr Schwert erstritten manche blühende Provinz;
Nachbarn sind's, die ständig drohen, die nach Händeln mit euch dürsten,
Ew'ge Feinde eurer Freiheit, eurer Rechte, eurer Fürsten;
          Nun, und ihr? Die Furien riefen
          Eurem grimm'gen Aufgebot
          Beifall aus den Höllentiefen,
          Eure Mörderarme triefen
          Edlen Bruderblutes rot!

Schaut nach Flandern, seine Schanzen gilt's zu stürmen, zu gewinnen;
Mit dem Ungarn Seit' an Seite legt in Asche Belgrads Zinnen!
Muß beim Klange dieser Namen heißer nicht das Blut euch rollen?
Denkt ihr nicht der blutgetränkten Ehrenfelder, wo den vollen
Siegeskranz der edle Ritter Prinz Eugenius sich errungen,
Der Bewunderte, der jeden seiner Gegner hat bezwungen?
          Alles ruft bei solchem Wagen
          Eurem Mute zu: Glückauf!
          Alle Herzen mit euch schlagen,
          Die um Deutschland Sorge tragen,
          Folgen eurem Siegeslauf.

Doch ich pred'ge tauben Ohren! Es verdrießt euch wohl gewaltig?
Steht mir Rede, Unglückselige! – Doch sie schweigen hinterhaltig
Schmählich sind sie abgefallen von dem Manneswort, dem alten,
All ihr Freiheitssinn, von frecher Herrenfaust in Schach gehalten,
Hat gelernt, die Stirn zu beugen, sich ins Sklavenlos zu finden,
Unterm Fuße von Tyrannen sich zu schmiegen, sich zu winden!
          Ja, sie lassen sich bedrücken
          Ohne jede Gegenwehr!
          Ihre Feigheit wird sich bücken,
          Sich gewöhnen und sich schicken
          In der Kettenlast Beschwer.

Fort von hinnen, meine Preußen! Laßt den Wanderstab uns fassen
Bleib' denn allen Kriegesnöten, allem Elend überlassen
Dieses Land, wo alle Hirne eine böse Krankheit lähmt
In der ganzen Blutsverwandtschaft, wo der Deutsche sich nicht schämt,
Seine Schützer schnöd zu ächten, den Tyrannen zu gefallen,
Seine Freiheit zu verraten, sich zu fühlen als Vasallen.
          Kommt, wir wollen sie verlassen,
          Nichts wird die Verderbten retten:
          Hart wird ihr Tyrann sie fassen,
          Die der Ehre ganz vergaßen,
          Selbst sich schmiedend ihre Ketten!

Nein, ihr tapfren Freunde! Hätte je so klein gehandelt
Eine großgesinnte Seele?
Ward sie einmal angewandelt
Von des Kleinmuts niedrer Regung, stets noch blieb sie ihrer Herr!
Trotzt dem Schicksal in das Auge! Und ist keine Rettung mehr,
Laßt uns doch die Ehre retten! und die Götter, die gerechten,
Des entweihten Friedens Rächer, werden uns zur Seite fechten.
          Vorwärts, laßt die Zügel schießen,
          Sturmgeschwader, meine raschen!
          Unsre Feinde sollen's büßen,
          Und ihr treulos Blut soll fließen,
          Alle Schmach uns abzuwaschen.

Seht die vielen Völker alle, die sich wider uns verschworen,
Die vor dünkelhafter Ehrsucht völlig den Verstand verloren,
Unverzagt nur, meine Helden! Trefft sie mit dem Wetterschlage
Eures Zornes, eurer Hiebe, daß die Menschheit künft'ger Tage
Diesem Sturmlauf ohnegleichen, diesem Sieg der Minderzahl
Wider eine Welt von Neidern türm' ein bleibend Ehrenmal.
          Rings von Not und Tod umgeben,
          Denkt in eurem Rachefest,
          Daß in diesem harten Leben
          Ohne Kampf und Fährnis eben
          Sich kein Ruhm gewinnen läßt.

Friedrich der Große, 1760

 Drei Wünsche

Ich wünsche Dir und mir
ein grosses Herz,
das ohne Hast im selben Takte schlägt,
und seinen freudigen, warmen Leib,
dessen Sehnen uns immer neu zueinander trägt.

Ich wünsche Dir und mir
ein liebes Wort,
in dem keine, noch so kleine Lüge schwingt,
und einen vertrauten, klaren Blick,
der uns wohl durch die Wirren des Tages bringt.

Ich wünsche dir und mir
ein stilles Lächeln,
so, als hätten wir es schon immer gewusst,
dass der Tag gewiss für uns kommt
und mit ihm dieser Flügelschlag in der Brust.

HS - 2018

14.